Kennst du Stille in dir?

Diese Stille ist lebendig. Voller Potentiale … gefüllt mit unhörbarem Flüstern. Feinem Klingen jenseits unserer Wahrnehmungsschwelle. Sie ist Fülle, ist Leben … sie ist zu Hause.

Die Stille können wir nicht „machen“. Sie befindet sich jenseits unseres Handelns, das ganz natürlich und schön eingebunden ist in Raum und Zeit. Wir können immer mehr „Un-Stilles“ ablegen. Wir können uns Raum geben für „Stille-Sein“. Und wir können die Qualität der Stille einladen in unser Leben, unser Tun, unser Denken, unser Fühlen. 

Hast du Lust, der Stille in dir zu lauschen?

Ja? Dann sei darauf gefasst, dass erst einmal ganz viel Rauschen zu hören sein wird. Du kannst nicht einfach so per Wollen in die Stille eintreten. Die Stille findest du nicht, indem du Geräusch, Unruhe, Ängste, Sorgen – sprich die „Un-Stille“, die auch immer da ist – umgehst oder versuchst abzuwehren. Was du wegschiebst, schiebt zurück. Du entdeckst die Stille durch das andere, was da ist, hindurch.

Mache es dir gemütlich … im Liegen, Sitzen oder Stehen. Sitzen ist meist gut, weil es oft entspannter sein kann als Stehen. Gleichzeitig bleibst du da eher wach als im Liegen. Und: du bist frei. Mache es so, wie es für DICH JETZT passt. Probiere einfach aus. So oder so sollte deine Haltung so ruhig sein, wie jetzt möglich.

In diesem Unbewegt-Sein spüre deinen Körper von innen. Dabei lausche deiner Atmung. Spüre der feinen Bewegung nach, die in deinem Körper mit deiner Atmung von ganz alleine da ist. … NUR DAS.

 Wenn deine Aufmerksamkeit von dort weggleitet, dann bringe sie – sobald du das bemerkst – immer wieder zurück. Zum Spüren deiner Atmung in deinem Körper. Lausche dem zarten inneren Bewegt-Sein, das da ist, ohne dass du es machst. Nimm wahr. Spüre. Ganz pur. Nur das.

 Alles andere, was da ist, lasse einfach da sein. Mit der inneren Haltung: Es ist da, interessiert aber gerade nicht. Dein Fokus ist klar, sanft und beharrlich beim Lauschen der Micro-Bewegung deiner Atmung. So gleitest du durch die Turbulenzen der Un-Stille hindurch.

Sei geduldig mit dir. Mache das einfach immer wieder. Weich und beharrlich. Die Stille ist da. Sie wartet auf dich. Sie ist in dir. Mit einem Teil deines Wesens bist du sie selbst.

Diese Übung kannst du mit in deinen Alltag nehmen. Spiele damit, wenn du auf den Bus wartest. Nimm sie dir als Puffer, wenn etwas passiert, das dich aufregt. Genieße sie vor dem Einschlafen und gleite damit in einen noch erholsameren Schlaf.

Oder lasse sie in deine Yogapraxis einfließen. Spüre in der Yogahaltung, während du dich dort stabil und ruhig befindest, der Micro-Bewegung deiner Atmung nach. Ganz fein dehnt sich dein Körper mit der Einatmung aus. Ganz fein geht diese Ausdehnung in deiner Ausatmung wieder zurück.

 Auch wenn dies vielleicht im Bereich deines Brustkorbs und deines Bauches am deutlichsten spürbar ist, atmet doch dein ganzer Körper sanft und subtil mit. Du kannst dir auch vorstellen, wie dein tiefes Bindegewebe sich verwebt und verbunden als eine Art Netzwerk durch deinen ganzen Körper zieht. Und wie die zarte Bewegung deiner Atmung sich ganz fein und zärtlich über dein tiefes Bindegewebe durch deinen ganzen Körper hindurch fortsetzt.