Bewegung und Stille – das sind Gegensätze. Was meinst du?

Denn wenn ich mich gerade bewege bin ich eben NICHT still. Wenn ich zum Beispiel gerade am Brustschwimmen bin, sollte ich mich schon weiter bewegen. Ist doch logisch, oder?

Es wird klarer, was gemeint ist, wenn wir uns vor Augen halten, dass wir Menschen komplexe Systeme sind. Nicht nur ist unser physischer Körper – zumindest aus Sicht der Mikroben, die ihn bewohnen – ein vollständiges Ökosystem. Wir Menschen haben auch noch Gefühle … und Gedanken.

Manchmal, wenn unser Geist – sprich unsere Gedankenwelt – gerade sehr aktiv ist, tut körperliche Bewegung besonders gut. „Auspowern“ um überschüssige Gedanken- und Gefühlsenergie abzuleiten ist gar keine schlechte Idee. Zumindest erst einmal. Tiefer in meine Mitte gelange ich, wenn ich lerne, während der Bewegung meines physischen Körpers durch die Unruhe meiner Gefühle und Gedanken hindurch in die Stille meiner Seelenwelt einzutauchen. Und das lohnt sich! ECHT. Und zwar nicht nur für die Gesundheit unseres geliebten – oder manchmal auch nicht so geliebten – „Fleischklöpschens“ (wie Veit Lindau unsere Physis gerne mal tituliert). Stichwort „Ent-Stressung“. Sondern für unser gesamtes Köper-Geist-Seele-System. Zu den positiven ganzheitlichen Effekten des Stille-Erlebens lies gerne weiter hier.

Mal vorausgesetzt ich möchte das – wie komme ich in diese Stille?

 

Stille in der Bewegung

Vorschlag: Versuche doch einfach einmal in deiner Bewegung – beispielsweise beim Yoga – in DICH hinein zu LAUSCHEN. Der allererste und bei weitem leichteste Zugang lautet: SPÜRE DEINEN KÖRPER. So kannst du in deiner Bewegungsfolge – z.B. beim Sonnengruß – spüren, wie wo wann dein Körper aktiv oder oder inaktiv ist. Oder – vielleicht etwas einfacher – innerhalb einer bewegt geübten Yogahaltung (z.B. dynamische Katze) wahrnehmen welche Muskeln die Bewegung ermöglichen, wo deine Wirbelsäule und/oder Gelenke mobilisiert werden und vor allem WIE sich das ANFÜHLT.

Diesen Zugang in das bewusste Bewegen eroberst du dir viel leichter, wenn du in dem Moment gezielt auf Leistung verzichtest. Performance ist wunderbar! Was wären Sport, Ballett, Pantomime und viele andere wundervolle Künste ohne sie? UND: Probiere doch einfach mal aus, was sich ändert, wenn du übst mit der Haltung: „Was kann dieses körperliche Training – also beispielsweise diese Yogahaltung oder -abfolge – für MICH und MEIN Körper-Seele-Geist-System tun?“

Wenn du dieses Körper-Bewusstseins-Experiment starten möchtest, dann stelle dich innerlich auf Beharrlichkeit ein. Denn diese wirst du brauchen, um ein neues ungewohntes Muster deinem bisherigen Gewohnheits-Reperoire sicher hinzuzufügen. Du wirst dich vermutlich – beispielsweise beim Yoga – immer wieder aktiv daran erinnern müssen, auf die genannte Sichtweise umzuschalten:

„Was kann dieses körperliche Training für MICH und MEIN Körper-Seele-Geist-System tun?“

Wichtig ist in diesem Sinne eben NICHT die Übung – also dass du beispielsweise „perfekt“ in irgendeiner Yogahaltung stehst. Es kann dann übrigens auch leichter passieren, dass du von deinem Körper Dinge verlangst, die er in diesem Moment gar nicht leisten KANN. Das lässt Frustration und Verletzungsgefahr ansteigen und nagt ganz fies an Vergnügen und Wohlbefinden.

Sondern: Wichtig bist DU! Deine Bewegungsfreude. Dein Kontakt mit deinem Körper. Dein Erlebnis mit DIR. Wenn du dann spürst – so bereitwillig wie möglich – was in dem Moment bei dir gerade DA IST, wirst du präsent. Diese Präsenz oder dieses sich Nähern der Stille in dir hat die eine oder andere positive Nebenwirkung. Lies mehr dazu hier.

Bewegung in der Stille

Dass wiederum in der Stille durchaus auch Bewegung sein kann, kannst du in der Übung zur Micro-Bewegung deiner Atmung praktisch ausprobieren. Diese Übung findest du hier.

 

E-Motion … wenn Gefühle SCHLECHT werden

Dass Bewegung geradezu zwingend notwendige Bedingung für Stille sein kann, sehen wir in der Herrschaftsdomäne unserer Gefühlswelt. Denn wir sind nur zu oft alles andere als Herrscherinnen und Herrscher in der Welt unserer Gefühle. Eine schöne alte (Yoga-) Geschichte dazu findest du hier.

Was unsere Gefühle angeht, ist für den Moment wichtig zu wissen, dass sie im Fluss sein müssen. Wie das Wort schon sagt: E-Motion – „in Bewegung“. Gefühle sind nie „schlecht“ an sich. Sie werden es nur, wenn sie weggesperrt werden. Sie schimmeln dann sozusagen vor sich hin und werden toxisch. Verdrängte Trauer zum Beispiel hat das Potential enorm giftig zu werden. Ähnliches gilt für Wut, Angst und andere gefürchtete „Übeltäter“. Die gute Nachricht: Es ist nie zu spät! Wir können jederzeit unsere weggepackten angeblich schlechten Gefühle wieder „entpacken“. Und weil unser physischer Körper so intim mit dem Körper unserer Emotionen verbunden ist, sind die besten „Gefühls-Unzips“ der Welt – Überraschung! – Bewegung und Atmung.

 

Magst du das gleich einmal ausprobieren?

Übung: Gefühls-Eis schmelzen

Mache es dir gemütlich … im Liegen, Sitzen oder Stehen. Sitzen ist meist gut, weil es oft entspannter sein kann als Stehen. Gleichzeitig bleibst du da eher wach als im Liegen. Und: du bist frei. Mache es so, wie es für DICH JETZT passt. Probiere einfach aus. In deiner gewählten Haltung spüre deinen Körper von innen. Erlaube deiner inneren Aufmerksamkeit sich in deinem Körper auszudehnen. An welcher Stelle kannst du deinen Körper am DEUTLICHSTEN spüren? Bleibe mit deiner Aufmerksamkeit weich dort. Lege sie dort ab und lasse sie ruhen. Während du so deinen Körper von innen wahrnimmst, lausche noch deiner Atmung. Nur das. Bleibe dabei.

Wenn deine Aufmerksamkeit von dort weggleitet, dann bringe sie – sobald du das bemerkst – immer wieder zurück. Zum Spüren deiner Atmung in deinem Körper – da wo du ihn JETZT am DEUTLICHSTEN wahrnehmen kannst. Nur das.
Alles andere, was da ist, lasse einfach da sein. Mit der inneren Haltung: Es ist da, interessiert aber gerade nicht. Körper von innen spüren – der Atmung lauschen – nur das.
Und dann erlaube – wenn du möchtest, dass in Bewegung kommen darf was immer mit dieser Körpergegend in Verbindung steht. Spüre weiter deinen Körper dort von innen. Lausche weiter deiner Atmung. Und erlaube, dass ins Fließen kommen darf – SCHMELZEN darf – was möchte. So als ob deine Atmung deinen Körper von innen sanft berühren würde. Ihn in Kontakt brächte mit der Essenz von Bewegung und Lebendigkeit. Ganz zart. Ganz fein. Absolut liebevoll mit dir selbst.

Es darf da sein, was da IST. Gefühle können spürbar werden … oder auch nicht. Fühle, was zu fühlen ist. Was immer da ist, nimm EINFACH WAHR.

Eine Turbo-Variante davon arbeitet zusätzlich mit der Frequenz der Vergebung. Das kannst du gerne einfach mal selbst für dich ausprobieren. Oder du lässt dich in unserem Bewusstseins-Kurs „Fülle und Fluss erschaffen“ von uns dabei anleiten.

 

Gefühle „stillen“

Die beschriebene Übung kann dir helfen, die Welt deiner Gefühle ruhiger zu machen. Und zwar nicht durch unterdrücken, wegdrängen und  zustopfen – sondern durch zuwenden. Genauso, wie ein hungriges Baby vom Nörgeln zum genüsslichen Schmatzen übergeht, wenn sein Bedürfnis erfüllt wird, verhält sich unser Gefühls-Körper. Gefühle brauchen Fluss. Dürfen die Emotionen fließen ist alles gut. Und das heißt einfach, dass du sie bereitwillig fühlst.

Bewusstes Bewegen in Verbindung mit bereitwilligem Fühlen führt dich in deine wahre Komfortzone – in die Stille in DIR. Wenn du magst, nimm dir noch ein paar Minuten und lies hier weiter.

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