Was verbindest DU mit dieser Zeit zwischen Weihnachten und dem neuen Jahr?

 

Erinnerst du dich an deine Stimmung um Weihnachten herum? Vielleicht hattest du einen Adventskalender, den du – zumindest im jüngeren Alter – eifrig und vorfreudig geöffnet hast? Erinnerst du dich an den Duft deiner Weihnachten? Hast du beim Plätzchen backen geholfen? Und gekostet? Hattest du auch einen dunklen Schulweg? Gab es Kerzenlicht? Singen und Geschichten im geheimnisvollen Halbdunkel?

Und vielleicht hast du auch gespürt, wie das alles wieder zu Ende ging? Wie mit dem neuen Jahr sich irgendetwas verändert hatte? Wie mit dem heller Werden des Lichts im Außen auch das ganze Leben sich wieder mehr nach außen zu wenden begann?

Zunächst: Was ist eigentlich Weihnachten?

Na, zuerst ist Weihnachten das, was es für DICH ist! Sicher hast du im Laufe deines Lebens verschiedenste Weihnachten erlebt. Manche Menschen sind hinzugekommen, manche waren vielleicht später nicht mehr dabei. Die Umstände waren bestimmt auch nicht immer dieselben. All das – Erlebtes und Gefühltes – das mischt sich und beeinflusst unsere Stimmungen und Erwartungen.

Wie geht es dir beispielsweise mit dem weihnachtlichen Brauch des Schenkens? Schön und manchmal auch anstrengend? Oder nur das eine oder nur das andere? In der Zeit um Weihnachten herum haben wir teilweise ganz viel Hektik und dann auch wieder stille Momente der Ruhe. Wir verbringen oft viel Zeit in der Familie. Gerade die Zeit mit Verwandten aller Art kann herausfordernd werden. Oft sind diese Menschen – so nahe sie uns verwandtschaftlich stehen mögen – doch auch sehr anders. Sie denken anders, fühlen anders, verhalten sich anders. Wer in unseren Breiten Weihnachten dagegen alleine verbringt – aus welchen Gründen auch immer – hat es unter Umständen auch nicht ganz leicht.

Die Wurzeln der Bräuche um Weihnachten herum

Weihnachten ist ein christliches Fest. Oder was meinst du? Die Weihnachtsgeschichte mit der Reise von Josef und Maria nach Bethlehem, der Herbergssuche, dem Stern, der Verkündigung bei den Hirten und Jesu Geburt im Stall beschreibt – wenn auch in der Bedeutung Ostern nachgeordnet – dennoch eine sehr wichtige christliche Begebenheit. Überall wo eine Weihnachtskrippe aufgebaut ist, symbolisiert sie dieses Ereignis.

Und was ist mit unserem schönen verschneiten Weihnachtsbaum mit den den Lichtern und Kugeln? Das aus dem Nahen Osten stammende Christentum wird das wohl kaum im Gepäck gehabt haben.

Vermutlich stammt das Brauchtum rund um Weihnachten herum zum großen Teil noch aus der Zeit unserer vorchristlichen Vorfahren. So feierten die germanischen Stämme beispielsweise ein Fest zu Mittwinter am 13. Januar. Hier wurde laut gefeiert. Das „Jultrinken“, das auf Odin zurückgehen soll, wurde wohl ungefähr im 10. Jdt n.Chr. erst auf den 25. Dezember vorverlegt. Heutzutage haben wir ein Fest mit Böllern und feuchtfröhlichem Feiern zu Silvester am 31.12., am Übergang zum neuen Jahr.

Aber auch die christliche Bedeutung hinter unserem Weihnachtsfest – das Feiern der Geburt des Erlösers – hat seine Geschichte. So gibt es Hinweise, dass Jesu Geburt im 2. Jdt n.Ch. in Ägypten am 6. Januar feierlich begangen wurde – wobei dieser Tag vormals mit Osiris, der altägyptischen Gottheit des Jenseits und der Wiedergeburt, in Verbindung gestanden hatte. Diese Tradition – in der Jesu Geburt am 6. Januar begangen wird – besteht in der othodoxen Kirche fort. Später, ca. im 4. Jdt n. Chr., setzte sich dann von Rom ausgehend  wohl der 25. Dezember als Festtermin durch. Wahrscheinlich im Zusammenhang mit den vor- bzw. nichtchristlichen Feiern verschiedener Sonnenkulte, die an diesem Tag den „Geburtstag der Sonne“ ehrten.

Bräuche, Rituale, Traditionen sind lebendig. Sie haben zum einen das Potential, Halt, Sicherheit und Orientierung zu geben; zum anderen können sie als Portale für den Weg nach Innen genutzt werden. Deshalb sind sie in allen Kulturen zu finden.

Und jetzt?

Wir haben also mit Weihnachten und der vorangehenden Zeit des Advent sowie der folgenden Zeit bis zum Beginn des neuen Jahres eine „Fusions-Situation“. Christliche Bedeutung mischt sich bei uns mit vorchristlichem Brauchtum, wobei auch das Christentum selbst orientalisch-vorchristliche Anklänge aufweist. Neuzeitlich kommt noch – zumindest in dem was so an uns heranbrandet – eine Betonung auf Schenken und Beschenkt werden hinzu. Manche sprechen sogar von „Konsumrausch“. Das entspricht so vielleicht auch nicht ganz der Wahrheit – wird aber verständlich, wenn wir uns vor Augen führen, wie anders noch vor 100 Jahren Weihnachten begangen wurde.

Überleg mal – auch wenn das noch nicht 100 Jahre her ist: Was hattest DU als Adventskalender? Einen mit kleinen Bildern hinter den Türchen? Oder mit Schokoladenfiguren – du weißt schon: hübsche Form, wenig aufregender Geschmack? Das ist heute nicht mehr ganz der Standard;-).

Dein Stern

Es wird uns wohl nichts anderes übrig bleiben, als in all dem, was jetzt da ist, unseren eigenen Weg für uns selbst zu finden. Dafür ist die Frage wichtig: „Was will ICH WIRKLICH?“ Was ist MIR WICHTIG? Nimm dir die Zeit, das heraus zu finden! Erlaube dir die Berührung mit deiner Innenwelt, mit dir selbst, damit du einen Stern hast, dem du folgen kannst auf deinem Weg.

Auch die drei Weisen aus dem Morgenland sind ihrem Stern gefolgt. Sie haben sich von dem Himmelszeichen führen lassen und so schließlich Jesus in der Krippe im Stall in Bethlehem gefunden. Dieses Ereignisses wird am 6. Januar, dem Dreikönigstag, gedacht. Dieser Tag markiert vielerorts den Abschluss der Weihnachtszeit.

Weihnachten und die Zeit „zwischen den Jahren“ nutzen

Nutze also – wenn du magst – die Zeit vom 25. Dezember bis zum 6. Januar um dich dir selbst zuzuwenden. Es ist die klassische Zeit der Rauhnächte. Kirchlicherseits wurden die zwölf heiligen Nächte im 6. Jdt n.Chr. offiziell in den liturgischen Festkalender aufgenommen. Bräuche wie das Orakeln, das Aufstellen eines Ahnenschreins, das Räuchern mit bestimmten Kräutern um aus Haus und Stall die unguten Geister zu vertreiben, lassen wiederum das uralte, einheimische vorchristliche Brauchtum noch erahnen.

Letztendlich wählst du frei, welchen Elementen du dich zuwendest. Verschiedene Kurse und Bücher machen konkrete Vorschläge, wie die Zeit der Rauhnächte genutzt und gestaltet werden könnte. Wir legen dir an dieser Stelle einfach ans Herz, dich dir selbst zuzuwenden. Ab und zu mal inne zu halten und die Aufmerksamkeit in dein Inneres zu lenken.

Die Qualität dieser Zeit, die sich auch in den kurzen Tagen und langen Nächten abbildet, unterstützt dich dabei. Wir sind in der dunkelsten Zeit des Jahres – kurz nach der Wintersonnenwende. Auch wenn der Tag der Wintersonnenwende der kürzeste Tag des Jahres ist, tritt der früheste Sonnenuntergang schon ca. 12 Tage früher und der späteste Sonnenaufgang erst etwa 12 Tage später ein. So kommen uns vielleicht Ende Dezember die Abende und Anfang Januar die Morgen besonders dunkel vor.

Ebenso ist die Natur im Moment nach innen gewendet. Viele Pflanzen haben ihre Kräfte zurückgezogen und in den Wurzeln konzentriert. Von hier her werden die neuen Sprösslinge vorbereitet, die dann im Frühling irgendwann die Erdkruste durchbrechen, ins Licht gelangen und beginnen in ihr volles Potential zu wachsen.

Insgesamt haben wir hier einen Zeitraum des Dazwischen, des Innehaltens um einen Wendepunkt herum. So gab es vor der julianischen Kalenderreform – bei der das feste Sonnenjahr unter Abkopplung der Monate von den natürlichen Mondphasen eingeführt wurde – das Problem, das kürzere Mondjahr (354 Tage) mit dem längeren Sonnenjahr (365 Tage) in Einklang zu bringen. Auch in dieser Hinsicht hat man die Tage, die diese Lücke füllen als „die Zeit außerhalb der Zeit“, „die geschenkte Zeit“ und eben auch die „Zeit zwischen den Jahren“ bezeichnet.

Finde DEINEN WEG, DEINE Wahrheit

Es bleibt dabei: Natürlich ist es ganz dir überlassen, wie du diese „geschenkte Zeit“ nutzt. Wir möchten dir hier ein Tool anbieten, mit dem du dich ganz unabhängig von allen äußeren Umständen immer wieder – und immer mehr – in dir selbst verorten und verankern kannst. Entdecke, dass das wahre Geheimnis DU SELBST bist! Es ist ein echtes Abenteuer, immer mehr zu entdecken: Was denke ich eigentlich? Was fühle ich eigentlich? Und was ist das WAHRE ICH hinter all dem? Es gibt kein „Geheimnis“ außerhalb von dir, das zu entdecken wäre. DU selbst bist alles, was es zu entdecken gilt!

Diese Aufmerksamkeit für dich selbst! Sei sie dir WERT!

Das Tool, die Übung geht davon aus, dass es DIE EINE Realität nicht gibt. Sondern, dass es so viele Realitäten wie Wahrnehmende gibt. Die Idee ist, dass sich jeder in seiner höchsteigenen Realität befindet. Unser Vorschlag lautet NICHT, dass du dies glauben sollst – ganz im Gegenteil: Es ist ein Angebot für deine Experimentierfreude, deinen Forschergeist.

 

Übung

 

Schritt 1

Mache dir immer wieder bewusst, was du gerade denkst und fühlst. Das kann ein kürzerer oder längerer Zeitraum sein, den du mit deiner Innenwelt verbringst. Auf jeden Fall – und das ist der Vorschlag – bestätige dir dabei innerlich, dass das was du gerade wahrnimmst DEINE Realität ist, DEINE WAHRHEIT. Und sie ist gültig! Sie IST.

Schritt 2

Wenn du damit konfrontiert bist, wie jemand anders die Welt sieht – und das fällt meist dann auf, wenn dessen Sichtweise von deiner abweicht – dann bestätige dir innerlich, dass dies eben dessen Welt ist. Die Realität, die Wahrheit dieser Person. Und das ist ganz unabhängig davon, wie vollkommen absurd dir diese fremde Sichtweise vorkommen mag. Auch sie ist gültig. Sie IST.

Du brauchst nicht einverstanden zu sein. Es genügt, diese fremde – möglicherweise für dich sehr seltsame – Sichtweise in ihrer Existenz anzuerkennen. Wichtig ist dabei, dies nicht nur rein kognitiv nachzuvollziehen. Spüre, fühle dies so umfänglich und intensiv du kannst: Diese fremde Sichtweise IST. Sie ist die Wahrheit einer anderen Person. Und als solche gültig. „Ich erkenne sie wirklich und wahrhaftig in ihrer Existenz an. Ich gestehe ihr diese ihre Existenzberechtigung zu!“ Fühle das so wahrhaftig und ehrlich du kannst.

Schritt 3

Lasse das einfach so stehen. Besonders dann, wenn deine Wahrheit offensichtlich nicht mit der einer anderen Person übereinstimmt – es kann auch eine Personengruppe sein oder ein ganzes System. Löse deine Aufmerksamkeit. Entlasse diese fremde Sichtweise einfach aus deinem Fokus. Sie IST. Jemand hat sich für sie entschieden. Das ist sein gutes Recht. So abwegig dir das Ganze auch erscheinen mag. Lass los! Das geschieht am leichtesten, wenn du deine Aufmerksamkeit bewusst und entschieden woanders hin konzentrierst. Zu DIR! Und dann FÜHLE, was gerade bei dir ist. Nimm wahr. Wie fühlt sich dein Körper an? Wo spürst du ihn jetzt am deutlichsten? Was ist da zu spüren? Wie geht es dir? Wie ist deine Stimmung? Fühle, fühle, fühle.

 

Diese gesamte Abfolge ist sehr kraftvoll. Sehr befreiend! Du löst dich so aus Verwicklungen. Entziehst Spiegelungen, Projektionen den Boden. Denn oft ist es tatsächlich so, dass gerade das, was uns besonders fremd und abwegig erscheint, absurd und abstoßend, unverständlich und absolut verurteilenswert, mehr mit uns selbst zu tun hat, als wir wahrhaben wollen. Hier sind wir in Kontakt mit den berühmt-berüchtigten „Schattenthemen“.

Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden;-).

 

Wir wünschen dir viel Freude beim Forschen und beim Eintauchen in deine Realität, deine Wahrheit. Danke für das Geheimnis, das DU BIST.

 

 

 

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